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	<title>Grög!-Blög</title>
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	<description>Das Kultur-Tagebuch eines poetischen Ingenieurs</description>
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		<title>Lerche und Revolver: Silvester mit der Schwabinger Bürgerversammlung</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 14:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auftritte]]></category>
		<category><![CDATA[Johanna Leitner]]></category>
		<category><![CDATA[Marlene Morreis]]></category>
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		<category><![CDATA[Moses Wolff]]></category>
		<category><![CDATA[Schwabinger Bürgerversammlung]]></category>
		<category><![CDATA[Sven Kemmler]]></category>
		<category><![CDATA[Till Hofmann]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinsheim]]></category>

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		<description><![CDATA[Die dritte Wiederholung in Folge rechtfertigt es wohl, von so etwas wie einer Tradition zu sprechen, wenn die  Schwabinger Bürgerversammlung auch den Silvesterabend 2010/11 im Vereinsheim gestalten soll. Diesmal bekommt das Projekt den Titel &#8220;Romeo und Julia im Wilden Westen&#8221; sowie die weit gefasste Genre-Beschreibung &#8220;Neo-Trash-Western-Eso-Musical incl. Lerche und Revolver&#8221; verpasst. Die vielseitigen Interpretationsmöglichkeiten dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://groeg.de/blog/wp-content/uploads/2011/01/romeoundjulia_med.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-76" title="romeoundjulia_kl" src="http://groeg.de/blog/wp-content/uploads/2011/01/romeoundjulia_kl.gif" alt="" width="354" height="458" /></a>Die dritte Wiederholung in Folge rechtfertigt es wohl, von so etwas wie einer Tradition zu sprechen, wenn die  <strong>Schwabinger Bürgerversammlung</strong> auch den Silvesterabend 2010/11 im Vereinsheim gestalten soll. Diesmal bekommt das Projekt den Titel <strong>&#8220;Romeo und Julia im Wilden Westen&#8221;</strong> sowie die weit gefasste Genre-Beschreibung <strong>&#8220;Neo-Trash-Western-Eso-Musical incl. Lerche und Revolver&#8221;</strong> verpasst. Die vielseitigen Interpretationsmöglichkeiten dieser Ankündigung sind der ganz pragmatischen Notwendigkeit geschuldet, alle diese Optionen auch tatsächlich bis zur allerletzten Minute offen zu halten.</p>
<p>Denn schließlich besteht das (inzwischen auch schon traditionelle) Konzept dieser Veranstaltungsreihe im Kern darin, eigentlich gar keines zu haben. So exisitiert für die etwa zweistündige Abendveranstaltung bis zuletzt nur ein knapp vierseitiges Textskelett, an dem sich die Charaktere improvisierend entlang hangeln müssen. <em>&#8220;Wie üblich fallen Probezeit und Premiere mehr oder weniger zusammen&#8221;</em> schreibt dann auch die <a title="Ankuendigugn SZ" href="http://www.sueddeutsche.de/F5e38N/3814117/Lerche-und-Revolver-im-Vereinsheim.html" target="_blank">Süddeutsche Zeitung in ihrer Ankündigung </a>ganz treffend.</p>
<p>Die allergrößte Unbekannte in diesem Spiel gegen alle guten Regeln des geordneten Theaterbetriebs bleibt allerdings das Publikum und dessen Reaktion auf die Bühnenanarchie mit nach unten offener Niveauskala. Nach den beiden vergangenen Jahreswechseln sollten eigentlich alle gewarnt sein. Trotzden hat <strong>Johanna Leitner</strong>, Kompetenzträgerin des Vereinsheims für Vor- und Ausverkauf auch diesmal schon wieder lange vor &#8220;Proben&#8221;-Beginn nahezu sämtliche Tickets verscherbelt. Aber vielleicht liegt das ja auch nur an dem 3-Gänge-Menü, das der Veranstalter als einzig geordnetes Element des Abends im Pauschalpreis eingeschlossen hat?</p>
<p>So hält sich bei mir &#8211; und auch das hat Tradition &#8211; das schmeichelhafte Gefühl, trotz meiner schwabingfernen Wohnadresse (am Hauptbahnhof über den Bahnsteig von Gleis 11 und dann durch die Ladezone der Mitropa) wieder auf die Bühne eingeladen zu werden in etwa die Waage mit der pathologischen Urangst, dort ohne Text und Ideen nackt im Rampenlicht zu stehen.</p>
<p>Die ersten Arbeitstreffen sind nicht wirklich angstabbauend: Der schwabinger Bürgerversammlungs-Kern aus <strong>Till Hofmann, Sven Kemmler, Michi Sailer</strong> und <strong>Moses Wolff</strong> hat mich schon vorab in Abwesenheit zum Romeo berufen. Und hat außerdem &#8211; ein noch nie dagewesenes Ereignis in der Geschichte der Versammlung &#8211; eine Frau in die Reihen aufgenommen. Was für eine, das wird mir gleich bei der ersten Begegnung in aller Dramatik klar: <strong>Marlene Morreis</strong> ist mit Energie, Austrahlung und Explosivität gesegnet wie ein Atomkraftwerk knapp vor der Kernschmelze.</p>
<p>Gerade frisch von der Schauspielausbildung in New York zurück, wird sie vermutlich in einigen wenigen Jahren auf dem Höhepunkt ihrer  Hollywood-Karriere einen vielstelligen Dollarbetrag aufbringen, um  diesen Silvesterabend aus ihrer Vita und dem kollektiven Gedächtnis  tilgen zu lassen. Für den Augenblick aber ist sie per Dekret des Skripts mit mir verlobt,  ein Umstand, dessen Stanislawski-gerechte Vermittlung an das Publikum  einigen Überbau aus elterlichem Zwang und jugendlicher Naivität  und großer Furchtlosigkeit notwendig macht.</p>
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/ruj_01_paar.jpg" title="Julia und Romeo (v.l.n.r.), Verlobte mit höchst unterschiedlichen Lebens- und Eigenheim-Entwürfen. Foto: Louise Muerth " class="thickbox" rel="set_9" >
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/ruj_02_william.jpg" title="William Dalton, ein Desperado auf den Spuren Sartres; Foto: Louise Muerth " class="thickbox" rel="set_9" >
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/ruj_03_joe.jpg" title="Joe Dalton, Automechaniker mit Sinn für Sauberkeit, Ordnung und Zügellosigkeit. Foto: Louise Muerth " class="thickbox" rel="set_9" >
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/ruj_05_joeaverell.jpg" title="Averell Dalton (vorn); Moses Wolff in einer bauchbetonten Rolle. Foto: Louise Muerth " class="thickbox" rel="set_9" >
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/ruj_06_balkon.jpg" title="Die unausweichliche Balkonszene. Bitte beachten Sie die liebevolle Blumenbepflanzung des dekorativ geschwungenen &quot;Geländers&quot;. Foto: Louise Muerth " class="thickbox" rel="set_9" >
								<img title="ruj_06_balkon" alt="ruj_06_balkon" src="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/thumbs/thumbs_ruj_06_balkon.jpg" width="54" height="75" />
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/ruj_07_schuss.jpg" title="Julias eigenwillige Reaktion auf Romeos liebevolles Angebot der Errichtung eines Reihenmittelhauses mit Einbauküche. Foto: Louise Muerth " class="thickbox" rel="set_9" >
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/ruj_08_messias.jpg" title="Die Selbstentseelung Romeos zerstört nur die Spießerseele und legt einen weitestgehend enthemmten (später auch enthemdeten) Esoterik-Guru frei. Foto: Louise Muerth " class="thickbox" rel="set_9" >
								<img title="ruj_08_messias" alt="ruj_08_messias" src="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/thumbs/thumbs_ruj_08_messias.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/romeo-julia_20101231/ruj_09_kvr.jpg" title="Wenn Exzesse und Zügellosigkeit um sich greifen, ist stets sofort das KVR zur stelle. Foto: Louise Muerth " class="thickbox" rel="set_9" >
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<p>Eine gewisse Furchtlosigkeit fordert das Unternehmen auch von allen Darstellern &#8211; immerhin sieht das Konzeptskelett vor, als Schlussbild das berühmte Kommune-1-Gruppenfoto in der Original-Kostümierung nachzustellen. Damit es vorher auch etwas auszuziehen gibt, absolvieren wir einen wundervollen Besuch im Kostümverleih, wo ich als Ergänzug zu meinem Mausgrauen Sacko (ein Relikt einer anderen Versagerrolle an der Pasinger Fabrik) noch einen Überwurf im modischen Müllsack-Schnitt bekomme, während meine Verlobte mittels eines Korsetts weiter aufgerüstet wird.</p>
<p>Über solchen Vorbereitungen vergehen dann auch die wenigen &#8220;Probentage&#8221; wie im Fluge und ehe wir uns versehen ist auch schon Silvester und dann ist es plötzlich auch schon sehr spät und wir werden von <strong>Johanna Leitner</strong>, der Beauftragen des Vereinsheims für elementare Struktur und Ordnung (BeSO) auf die Bühne gejagdt.</p>
<p>Dort dürfen die Dalton-Brüder zunächst einzeln etwas Selbstdarstellung betreiben. Dank meiner mangels Probe unverbrauchten Ahnungslosigkeit kann auch ich mich dabei noch trefflich amüsieren, besonders über <strong>Sven Kemmler </strong>als Sartre-affinen Pistolero. Doch dann beginnt die Interaktion der Figuren, die in weiten Strecken von einer dadistisch anmutenden Grundsatzdebatte der Trias Sex, Drogen und Rock&#8217;nRoll geprägt ist.</p>
<p>Ich komme der schriftlich niedergelegten Anweisung, meiner die freie Liebe predigenden Verlobten impertinent mit der Sehnsucht nach einem monogamen, bauspar-finanzierten Reihenhaus nachzusteigen, so lange konsequent nach, bis Julia den Revolver als letztes Mittel zum Baustop begreift. Was anschließend geschieht, lässt sich bei mir nur noch  fragmentarisch aus dem Gedächtnis abrufen. Wir halten uns aber nach  bestem Wissen und Gewissen an die einige Tage zuvor abgegebene <a href="../wp-content/uploads/2011/01/ruj_presse_web.pdf">Pressemitteilung [PDF]</a>.</p>
<p>Immerhin ein Teil des Gesamtkonzepts geht (beinahe, s.u.) reibungslos auf: Das Publikum, mittels Hauptspeise in eine verdauende Erduldungsstarre sediert, folgt dem diffusen Auftakt ohne Murren. Im weiteren Verlauf halten sich dann die Erosion des schlüssigen Plots und die Trunkenheit im Saal in etwa die Waage. Und schließlich endet alles im tumultartigen Jubel einer übergangslos einsetzenden Party, in deren Verlauf noch weitaus schrägere Paarungskonzepte zu beobachten sind, als vorher auf der Bühne dargestellt. Erst im Morgengrauen gelingt es Johanna Leitner (BeSO), den Saal einer (auch wirklich erforderlichen) Grundreinigung zuzuführen.</p>
<p>Fazit: Ich ziehe erschöpft und gezeichnet vom angetrockneten Angstschweiß, aber mit einer diffus-glücklichen Erinnerung in ein neues Jahr. Und die teilt offenbar auch das ganze Publikum.</p>
<p><strong>P.S.: </strong>Das ganze Publikum? Nein, ein von unbeugsamen Bildungsbürgern bevölkerter Tisch hört nicht auf, der Erosion des Niveaus Widerstand zu leisten. Und so muss <strong>Johanna Leitner</strong>, Beauftrage des Vereinsheims für Sanftmut und Weltfrieden in den ersten Tagen des neuen Jahres doch noch eine erboste E-Mail  beantworten, in der das Ensemble unter Verweis  auf Goethe und Schiller darüber aufgeklärt wird, dass der Abend trotz anderweitiger  Spontanäußerungen aus dem Publikum nicht komisch und unterhaltend gewesen sei.</p>
<p><!--[if gte mso 10]><br />
<mce:style><!   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Normale Tabelle"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  ></p>
<p><! [endif] ><span style="font-size: 12pt; font-family: &amp;amp;quot;" mce_style="font-size: 12pt; font-family: &amp;amp;amp;">William Dalton, der als Sartre als Urvater des gesamten Wildwest-Genres in Szene setzen kann: &#8220;Kunst und Gewalt sind von &#8216;erausragender Bedeutung.&#8221; </span></p>
<p><span style="font-size: 12pt; font-family: &amp;amp;quot;" mce_style="font-size: 12pt; font-family: &amp;amp;amp;">Dualismus des</span> <i>&#8220;An sich&#8221; </i>und <i>&#8220;Für sich&#8221;</i> fgdf</p>
<p>Meine persönliche Sternstunde ist nach der Pause die „Liebeserklärung“ an Julia mit der Ankündigung des  gemeinsamen  Reihenhausbaus, deren unmittelbare Konsequenz bei der so angebeteten darin besteht, sich einen Revolver an die Schläfe zu setzen. Ihr Schießeisen ist &#8211; so das Skript &#8211; mit einer Platzpatrone geladen, das andere, das ich in verzweifelter Reaktion auf mich abfeuere, ist aber als &#8220;scharf geladen&#8221; deklariert.</p>
<p>In der mittels <a title="Kryolan Spezial Filmblut IEW" href="http://kryolan.de/de/index.php?cid=115&amp;mnu=32&amp;id=150&amp;pageid=1" mce_href="http://kryolan.de/de/index.php?cid=115&amp;mnu=32&amp;id=150&amp;pageid=1" target="_blank">Qualitäts-Filmblut</a> dekorierten Konsequenz erläutert Prof. Kemmler</p>
<p>Das mit Abstand verwegenste weibliche Wesen meiner gesamten  Bühnenkarriere an die Seite gestellt und mir auch gleich noch die Verlobung</p>
<p>Immerhin sieht der Text nämlich auch vor, als Schlussbild das  berühmte Kommune-1-Gruppenfoto in der Original-Kostümierung  nachzustellen</p>
<p>Die Süddeutsche Zeitung</p>
<p>Vor allem Sven Kemmler</p>
<p>Meine „Liebeserklärung“ an Julia mit der Ankündigung des  gemeinsamen Reihenhausbaus begeistert zwar das Publikum, hat aber bei meiner  Verlobten zur Folge, dass sie sich einen Revolver an die Schläfe setzt.</p>
<p>Die mit chirurgischer Präzision herausgetrennte Amygdala und</p>
<p>Und Kollege Kemmler wird noch rasch instruiert, wie man  unter erschwerten Bedingungen (Stroboskoplicht) ein Korsett aufbekommt.</p>
<p>Und bei der leuchten im Saal die Feuerzeuge</p>
<p>Anschließend muss ich erst</p>
<p>Die von einer totalen Ausgelassenheit geprägt ist.</p>
<p><b>P.S.: </b>Johanna, Vereinsheims-Beauftragte für Sanftmut und Weltfrieden, muss wenige Tage nach der Gala doch  noch eine erzürnte E-Mail beantworten, in der das Ensemble unter Verweis auf  Goethe, Schiller, etc.  darüber belehrt wird, dass der Abend trotz anderweitiger  Spontanäußerungen aus dem Publikum nicht komisch gewesen sei.</p>
<p><b>P.P.S.: </b>Am 5.1.2011 wird unser gewagtes Neurochirurgisches Erklärungsmodell für Romeos Charakterwechsel unerwartet durch die Wissenschaft geadelt:  Britische Neurowissenschaftler erklären in einer Publikation die politische Einstellung des Menschen als Funktion der <a title="Wikipedia: Amygdala" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala" mce_href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala" target="_blank">Amygdala (sog. Mandelkern)</a> im Gehirn. Und können so herleiten, dass linksliberale Hirne tatsächlich denken, während konservative von abstrakten Ängsten geleitet werden.</p>
<p>Details dazu siehe<br />
<a title="Artikel Telepolis" href="http://www.heise.de/tp/blogs/3/149009" mce_href="http://www.heise.de/tp/blogs/3/149009" target="_blank">http://www.heise.de/tp/blogs/3/149009</a></p>
<p>http://www.ucl.ac.uk/news/news-articles/1012/10122301</p>
<p>Hirnforschung</p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 692px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading">Stanislawski</h1>
<p></d ><--></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Einfach reich beschenkt: Luise Kinseher im Lustspielhaus</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 01:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zugeschaut]]></category>
		<category><![CDATA[Beatrix Doderer]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Luise Kinseher]]></category>
		<category><![CDATA[Lustspielhaus]]></category>

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		<description><![CDATA[Zunächst scheint alles ganz einfach: Luise Kinseher will aussteigen, die einsame Alm in den Schweizer Alpen ist schon bezahlt. Und so erscheint sie gleich am Anfang ihres Soloprogramms Einfach Reich mit dem Bündel der Geldscheine aus der Abendkasse, um ihren Abschied zu verkünden und das Eintrittsgeld zurückzuzahlen. Aber so einfach geht es dann doch nicht: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://groeg.de/blog/wp-content/uploads/2011/01/luise100dm_small.gif'><img src="http://groeg.de/blog/wp-content/uploads/2011/01/luise100dm_small.gif" alt="" title="Kinseher macht reich" width="256" height="159" class="alignright size-full wp-image-42" /></a>Zunächst scheint alles ganz einfach: <strong>Luise Kinseher </strong>will aussteigen, die einsame Alm in den Schweizer Alpen ist schon bezahlt. Und so erscheint sie gleich am Anfang ihres Soloprogramms <strong><em>Einfach Reich</em></strong> mit dem Bündel der Geldscheine aus der Abendkasse, um ihren Abschied zu verkünden und das Eintrittsgeld zurückzuzahlen.</p>
<p>Aber so einfach geht es dann doch nicht: Der unbürokratischen Rückzahlung steht plötzlich Frau Buchhalterin Rösch entgegen, die als Fleischwerdung der Kinseherschen Krämerseele erst einmal vorab eine steuerwirksame Quittung von jedem Gast einfordert. Sich aber dabei sofort mit der shopping-affinen Frau Lachner aus dem Marketing überwirft. Dann platzt auch noch die gealterte Diva Frese in die Runde, um die Führung einer ökonomisch optimierten Ehe zu erläutern (&#8220;Wo hat mein Heinz die Banane her? Sein Taschengeld reicht dafür nicht &#8230;&#8221;) und mittendrin krakeelt &#8220;Mary from Bavary&#8221; herum, die der Einsamkeit genauso ab- wie dem Alkohol zugeneigt scheint. </p>
<p>Ein solcher Tumult aus Darstellern ist an sich schon erstaunlich für einen Soloabend. Noch erstaunlicher aber ist, dass es dazu weder Verkleidungsexzesse noch alberner Requisiten bedarf: Die Figuren enstehen mitten auf der Bühne allein aus Luise Kinsehers Mimik, Gestik und Sprache. Und zwar so instantan, dass sie sogar miteinander Dialoge führen können, ohne dass je der Faden verloren geht. Die ungeheure Präzision dieses Wechselspiels ist ganz sicher auch ein großer Verdienst der Regisseurin <strong>Beatrix Doderer</strong>. </p>
<p>Was den Abend aber jenseits aller darstellerischen Perfektion zum großen Ereignis macht, ist der kluge, scharfe aber doch wohlwollende Blick auf das menschliche Wesen. Denn die vielen Seelen, die wohl (ach!) in jeder Brust wohnen, sind nirgendwo alle einzeln mit ihren schwergewichtigen Bedenken in solcher Leichtigkeit zu erleben wie im Kinseherschen Kabarett. </p>
<p>Auf diese Weise wird das Ringen um Geld und Glück zu einem Streifzug durch die Seele jedes Zuschauers: Die schräge Damenriege ertappt nacheinander die Charakterdefizite des Betrachters und lockt ihn in den guten Vorsatz, es ab sofort viel besser machen zu wollen. Aber nur, um ihn Augenblicke später die totale Vergeblichkeit dieses Versuchs begreifen zu lassen.  </p>
<p>So bleibt am Ende auch die Frage offen, ob die immer wieder hoch gelobten Kühe der Schweizer Alpen wirklich die besseren Menschen sind. Denn schließlich hält &#8220;Mary from Bavary&#8221; noch ein berauscht-berauschendes Schlussplädoyer für das ganz menschliche Beisammensein. Dieses Sein scheint auch das Publikum ganz außerordentlich zu genießen. Denn im Applaus zeigt sich die große Einmütigkeit, mit den Weisheiten des Abends viel, viel besser weggekommen zu sein, als mit einem rückerstatteten Eintritt. </p>
<p>Auf diese Weise schnödes Geld gegen den Reichtum der Kinseherschen Klugheit einzutauschen, sei jedem Glücksucher aufs Wärmste angeraten. Wenn es ihm denn gelingt, Karten für eine der (ganz zurecht) auf Monate hinaus ausverkauften Vorstellungen zu ergattern. Aber es kann ja auch nicht alles einfach sein.</p>
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		<title>Kulturgenuss ganz ab vom Schuss: Kult-Comedy-Nacht in Schnaittach</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 13:10:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Matuschik]]></category>
		<category><![CDATA[Tausendschön Schnaittach]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon seit Hänsel und Gretel sind abgelegene Örtlichkeiten die bevorzugten Ziele der Mythos- und Legendenbildung. So geht auch unter den Bayerischen Kleinkünstlern die Legende um, dass es tief, tief im Wald hinter Nürnberg ein sagenhaftes Kabarett-Theater gäbe, das seine Künstler nicht nur mit größtem und fröhlichstem Publikum, sondern auch mit leckerstem Speis und Trank und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon seit Hänsel und Gretel sind abgelegene Örtlichkeiten die bevorzugten Ziele der Mythos- und Legendenbildung. So geht auch unter den Bayerischen Kleinkünstlern die Legende um, dass es tief, tief im Wald hinter Nürnberg ein sagenhaftes Kabarett-Theater gäbe, das seine Künstler nicht nur mit größtem und fröhlichstem Publikum, sondern auch mit leckerstem Speis und Trank und schönster Atmosphäre beglücke, und deshalb überall nur das &#8220;Tausendschön&#8221; genannt werde. Alles in allem also so eine art Knusperhäuschen für rampensäuisch-verfressene Bühnengestalten.</p>
<p>Da obendrein noch die <a href="http://www.tausendschoen-schnaittach.de/">Homepage dieser Bühne </a> von gängigen Webfiltern als <em>&#8220;Category: Nudity and Risque&#8221;</em> blockiert wird, muss ich dieser Sache mal persönlich nachgehen &#8211; und so lasse ich mich von Humortycoon <a href="http://www.matuschik.nu">Matthias Matuschik </a> zur Kult-Comedy-Nacht nach Schnaittach in die sächsische Schweiz einladen.</p>
<p>Entgegen anderslautender Gerüchte besitzt dieser abgelegene Ort einen Bahnhof, dessen nigelnagelneue Bahnsteigpflasterung übrigens in scharfem Kontrast zum akut einsturzgefährdeten Bahnhofsbau steht. Und sympatische Einheimische: Der erste, den ich auf der Suche nach dem Theater anspreche, führt mich durch den ganzen Ort (gut: soo weit ist es nicht &#8230;) bis auf die Zielgerade zum &#8220;Tausendschön&#8221;. </p>
<p>Dort treffe ich auf <a href="http://www.der-knuesel.de/">Christoph Knüsel</a>, <a href="http://www.kurt-knabenschuh.de/">Kurt Knabenschuh</a>, <a href="http://www.daniel-helfrich.com/">Daniel Helfrich</a>  und  <a href="http://www.alexanderwolfrum.de/">Alexander Wolfrum</a>, die es wohl auch alle einmal wissen wollen. Und tatsächlich: Der Saal ist groß (und voll), das Essen (das die Künstler in voller epische Breite vor- und nachkosten dürfen) vorzüglich und die  ausgelassene Stimmung wirkt weit über die Vorstellung hinaus nach.</p>
<p>Dann aber kommt es noch idyllischer: Weil Schnaittach trotz Ab-vom-Schuss-Lage von Messetouristen aus Nürnberg überrant ist, hat uns der Veranstalter in Osternohe einquartiert, einem Epizentrum der Abgeschiedenheit, das wir gegen drei Uhr morgens nach einer stark erratisch geprägten Überland-Taxifahrt erreichen. Dem voraus geht ein stundenlanges Warten auf ebendieses Taxi, das der Veranstalter nutz, um seine Gäste mit den unzähligen Biersorten der Wolfshöher Brauerei zu betanken.</p>
<p>Nach einer traumlosen Nacht stehe ich also am sonnigen Sonntagmorgen in einer Örtlichkeit, deren Attraktionen auf der Pensions-Website wie folgt beworben werden.</p>
<blockquote><p>Unser Ort bietet: Öffentliche Telefonzelle &#8211;  Evang. Kirche &#8211; Skiliftanlage &#8211; gut markierte Wanderwege.</p></blockquote>
<p>In Erinnerung an die Taxi-Erfahrungen entschließe ich mich zur Nutzung der Wanderweg-Infrastruktur und genieße eine Heimreise im Drittelmix: Eine Stunde Fußmarsch durch die Fränkische Schweiz zurück nach Schnaittach (dort Kurzbesuch auf dem SPD-Ortsfest zu Ehren der neuen Bahnsteigpflasterung), eine weitere Stunde Regionalbahn nach Nürnberg und dann eine rasante dritte Stunde im ICE nach München. </p>
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		<title>Luxus für Lyrik: Slam Poetry auf der &#8220;Experimentellen 16&#8243;</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 18:54:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auftritte]]></category>
		<category><![CDATA[Experimentelle]]></category>
		<category><![CDATA[Kabarett]]></category>
		<category><![CDATA[Katinka Buddenkotte]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Abermann]]></category>

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		<description><![CDATA[Genau so sah schon immer mein Poetiker-Traum aus: In eine der schönsten Gegenden Deutschlands reisen, mit der Regionalbahn eine Stunde lang den Bodensee entlang tuckern und dann am Ziel gleich vor dem Bahnhof von einem Plakat mit der eigenen Visage drauf begrüßt werden. 500 Meter entfernt hat der Veranstalter ein schönes Hotelzimmer reserviert (und nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Genau so sah schon immer mein Poetiker-Traum aus: In eine der schönsten Gegenden Deutschlands reisen, mit der Regionalbahn eine Stunde lang den Bodensee entlang tuckern und dann am Ziel gleich vor dem Bahnhof von einem Plakat mit der eigenen Visage drauf begrüßt werden. 500 Meter entfernt hat der Veranstalter ein schönes Hotelzimmer reserviert (und nicht nur das: er hat es auch bezahlt!). Nach einem guten Abendessen geht es mit Chauffeur von dort aus in Begleitung einer bewährten Kollegin und einem –gen (<strong>Katinka Buddenkotte</strong> und <strong>Stefan Abermann</strong>) auf ein historisches Schloss, wo im Schlosshof zwischen Palmen und Skulpturen schon ein Mikrofon nebst einem hundertköpfigen Publikum in der Abendsonne warten. </p>
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/randegg_20100821/groeg_randegg.jpg" title="Bild: Gisela Stärk, Südkurier" class="thickbox" rel="set_7" >
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/randegg_20100821/schlossrandegg.jpg" title="Schloss Randegg, Foto: FoeKuHei e.V." class="thickbox" rel="set_7" >
								<img title="schlossrandegg.jpg" alt="schlossrandegg.jpg" src="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/randegg_20100821/thumbs/thumbs_schlossrandegg.jpg"  />
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<p>Die Triobesetzung auf der Bühne erlaubt während des wolkenlosen Sonnenuntergangs einen komfortablen 1:2-Rhythmus aus Vortrag und Vorglühen, das Publikum ist begeistert bei der Sache, ein zweiköpfiges Pressekommando knipst und schreibt mit und nach einem rauschenden Schlussapplaus spendiert der Schlossherr im Mondschein noch drei Quadratmeter Pizza und einen Hektoliter Rotwein. </p>
<p>Das alles habe ich natürlich zunächst nicht für wirklich halten können. Aber als ich nach dem Aufwachen im weichen Hotelbett am Frühstücksbuffet aber tatsächlich auch noch die Traumgage vom Vorabend wieder in meiner Tasche vorfand, musste ich doch endlich begreifen, dass mir alle oben geschilderten Beglückungen bei meinem Auftritt auf Schloss Randegg tatsächlich genau so zugestoßen waren. </p>
<p><strong>Also, liebe Veranstalter:</strong>  Durch die Erfahrung anstrengungslosen Wohlstands und Wohlbefindens bin ich ab sofort total verzogen und verdorben. Nachtquartiere in Form von Backstage-Sofas, Kleinkunstbühnen als verkappte Raucherkneipen und halbleere Säle mit desinteressierten Gamma-Trinkern halte ich folglich fortan nicht mehr für gottgegeben. </p>
<p>Bei Fragen zu den Details der artgerechten Künstlerbetreuung wenden Sie sich bitte an:<br />
<a href="http://www.foekuhei-gottmadingen.de/" target="_new">Förderkreis für Kultur und Heimatgeschichte e.V.</a>, Gottmadingen und dessen fürsorliche und lebenslustige Vorstände und Schlossherrn <strong>Roland Huber, Bernd Gassner</strong> und <strong>Titus Koch</strong>. Und richten Sie dort bitte auch gleich meinen herzlichen Dank aus!</p>
<p>P.S.: <a href="http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/gottmadingen/Slam-Poetry-im-Schloss;art372442,4443508" target="_new">Das hier hat der Südkurier geschrieben.</a></p>
<p>P.P.S.: Zusätzlich zur Schloss-Lesung gab es noch eine Open-Air-Matinee im benachbarten <strong>Thayingen / Schweiz</strong>. Dort ist aus dem alten Dorffriedhof ein sehr lebendiges Areal geworden: Um ein kleines Amphitheater herum finden sich Schaukeln und Rutschbahn und direkt am Bühnenrand steht ein gemauerter Grill.</p>
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		<title>Roessl Revisited: Die Wiederauferstehung des &#8220;Weißen Rößl&#8221; im Lustspielhaus</title>
		<link>http://groeg.de/blog/?p=59</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 13:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Zugeschaut]]></category>
		<category><![CDATA[Lustspielhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Singspiel]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Weiße Rößl ist tot! Das schien zuletzt einhellige Meinung der deutschen Theater zu sein. Nach jahrzehntelangem Zuritt mit schwulstigen Heimatklischees, Hubschrauberknattern und Peter-Alexander-Gejodel sowie der Helmut-Kohl-Verklärung des Wolfgangsees mitsamt Christoph Schlingensiefs Badeurlaub für Arbeitslose schien das 1930 uraufgeführte Singspiel vom Salzkammergut, dem schönen Salzkammergut bestenfalls noch für Trash- und Zombie-Reiterferien zu taugen. Erstaunlich also, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Weiße Rößl ist tot! Das schien zuletzt einhellige Meinung der deutschen Theater zu sein. Nach jahrzehntelangem Zuritt mit schwulstigen Heimatklischees, Hubschrauberknattern und Peter-Alexander-Gejodel sowie der Helmut-Kohl-Verklärung des Wolfgangsees mitsamt Christoph Schlingensiefs Badeurlaub für Arbeitslose schien das 1930 uraufgeführte Singspiel vom Salzkammergut, dem schönen Salzkammergut bestenfalls noch für Trash- und Zombie-Reiterferien zu taugen.</p>
<p>Erstaunlich also, dass Lustspielhaus-Regisseur <strong>Christian Lex </strong>sich für die Sommerspielzeit das Rößl vornimmt. Und noch erstaunlicher: Er nimmt das Werk ernst. Und eben deshalb nicht wörtlich. So gelingt es ihm, die Geschichte vom großem See, dem kleinem Wirtshaus, der ewigen Sehnsucht und den plötzlichen drei Hochzeiten auf gute zwei Stunden herunter zu destillieren. Und auf nur sieben Darsteller.</p>
<p>Aber was für welche: Für die Paraderollen hat Lex gestandene Kabarettisten gecastet, von denen jede und jeder ein Urgewächs seines jeweiligen Rössl-Biotops ist. Los geht’s mit <strong>Severin Groebner</strong>, in seinen Soloabenden Prototyp des Österreichers,  der als Zahlkellner Leopold von Anfang an so raumgreifend gelassene Trägheit ausstrahlt, dass man für die trotz Premierengedränge fürsorgliche Aufmerksamkeit des passend gedirndelten Lustspielhaus-Personals an diesem Abend besonders Dankbar ist.</p>
<p>Ziel seiner gemächlichen, aber doch inbrünstigen Sehnsucht ist <strong>Luise Kinseher </strong>als Wirtin Josepha, in deren robuster Geschäftigkeit stets so viel großäugige Hilflosigkeit sichtbar wird, dass man Leopolds Avancen beinahe selbst mit Eifersucht begegnet.</p>
<p><strong>Thomas Wenke</strong> – zuletzt Mitglied im Ensemble der Lach- und Schießgesellschaft – ist als Dr. Siedler ein überzeugend schillernder Lebemann, hat aber seine allergrößten Momente als schwerhöriger Kaiser, der im Rollator über die Bühne quietscht und die trivialen Lebensweisheiten des Singspiels so zerbrechlich austeilt, dass sie schon wieder anrühren können. </p>
<p>Für Leben und Lautstärke sorgt derweil <strong>Norbert Steinke</strong>. Er gibt den Berliner Totalquerulanten Giesecke mit einer Vehemenz, die auch im grantler-abgestumpften Bayern noch durchdringt.  <strong>Josepha Sophia Sem </strong>reizt und neckt mit doppelbödiger Unschuld als sein Töchterchen Ottlile. Und Regisseur Christian Lex schlüpft schließlich selbst noch in die Rolle des schönen Sigismund, dessen kleine Schönheitsfehler  aber bald die amüsante Frage stellen, ob er vom schüchternen Klärchen tatsächlich abgöttisch bewundert oder von ihr abgeklärt um den Finger gewickelt wird.</p>
<p>Zu Tempo und Unterhaltung trägt schließlich in ganz besonderer Weise<strong> Constanze Lindner </strong>bei, die in ihren beiden Rollen in geradezu chaplinesker Manier mit Armen, Beinen und Gesicht viel mehr redet als mit Ihrem forsch fordernden (Kathie) oder zuckersüß lispelndem (Klärchen) Mundwerk.</p>
<p>Eine  im Vergleich zum Schauspiel  noch dramatischere Rosskur wird im Lustspielhaus der Musik zuteil: Vom einst gigantischen Orchester (in der jüngst wiederentdeckten Originalpartitur kommen bis zu 250 Musiker vor)  bleiben in der Bearbeitung von <strong>Stefan Dettl </strong>(LaBrassBanda) und Hans Kröll grade mal drei Blechbläser übrig. Die aber als Trio dennoch jede Nuance der Musik treffen und sich dabei weit aus dem volksmusikalischen bis in den Jazz und den Swing hinauswagen. </p>
<p>So ist dank dem konsequent umgesetzten Arbeitsmotto „wenig Aufwand, viele Ideen“ alles zu sehen und zu hören, was ein lebendiges Rössl ausmacht: Die Ohrwurm-Musik aller Rössl-Schlager ebenso wie das Gewitter überm Wolfgangsee, sämtliche amourösen Verwicklungen, den Kaiser selbst und in der Summe einen ganzen Abend lang kurzweilig intelligente Unterhaltung.</p>
<p>Allein mit dem Ton hatte die Premiere mitunter noch zu kämpfen. Die Mischung der auch unverstärkt sehr präsenten Bläser mit dem Gesang war gerade vorn im Saal mitunter unausgewogen. Vermutlich vor allem ein technisches Problem, denn hin und wieder blieben einzelne Darsteller ganz ohne Verstärkung. </p>
<p>Dass es nach der Pause im Ensemble ein Wenig menschelte und die Darsteller spontan liegengebliebene Requisiten verräumten, miteinander über den richtigen Text debattierten oder auch einen zweiten Anlauf in eine Musiknummer einforderten, das konnte am Premierenabend die Begeisterung des Publikums nur noch mehr anfachen. So gab es einen klanglich mehr als befriedigenden Schlussapplaus, in dessen nicht enden wollendem Getöse Constanze Lindner mit einer feinen Nuance zum Publikumsliebling gekürt wurde.</p>
<p>Womit also bewiesen wäre: Das Rößl lebt, es ist sogar quietschlebendig. Es muss nur frisch aufgezäumt und mit Hingabe, aber ohne Pomp und Pathos vorgeführt werden. Weitere Ausritte gibt es bis zum 14.8.2010 jeweils dienstags bis samstags. Ein Besuch wird empfohlen.</p>
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		<title>Per K.O. zum Champion: Slam2008, Tag 4</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 00:50:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommt noch.</p>
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		<title>Halbgare Halbfinals: Slam2008, Tag 3</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 00:49:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Kommt noch</p>
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		<title>5 Minuten Ruhm: SLAM2008, Tag zwei</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Nov 2008 09:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auftritte]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Strauß]]></category>
		<category><![CDATA[Jakob Nacken]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Sebastian 23]]></category>
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		<description><![CDATA[Andy Warhol hat jeden Menschen für&#8217;s ganze Leben 15 Minuten Ruhm versprochen. Das hätte auf dem SLAM2008 immerhin bis in die erste K.O.-Runde des Finales gereicht. Für mich war aber schon nach fünf Minuten das Ruhmende erreicht. Na gut, ich kann mich damit trösten, dass mit Sebastian 23 (Vize-Slam-World-Champion), Andy Strauß (Freak-Slammer 2007), Björn Högsdal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Andy Warhol hat jeden Menschen für&#8217;s ganze Leben 15 Minuten Ruhm versprochen. Das hätte auf dem SLAM2008 immerhin bis in die erste K.O.-Runde des Finales gereicht. Für mich war aber schon nach fünf Minuten das Ruhmende erreicht. Na gut, ich kann mich damit trösten, dass mit Sebastian 23 (Vize-Slam-World-Champion), Andy Strauß (Freak-Slammer 2007), Björn Högsdal und Jakob Nacken keine ganz unbekannten die Plätze im Halbfinale eingenommen haben. </p>
<p>Gelost war ich auf Position 6 &#8211; und damit direkt nach Andy, der mit einer wirklich überirdisch absurden Kurzgeschichte antrat: Ein konsumgeifernder Gnom baut in der heimischen Küche ein Nest, um den kompletten Inhalt eines Versandhauskatalogs mitsamt Fotomodels auszubrüten. Der Saal tobte. Und mein anschließendes Toben mit dem Laub blasenden Frührentnern ging im Mittelmaß unter. </p>
<p>Ein Kompliment noch an Jakob Nacken für seine auch beim wiederholten Anhören schöne Reflexion des ganzen Lebens anhand seines unter dem Kopf der Freundin eingeschlafenen linken Armes. </p>
<p>Meine Slam-Kondition war anschließend erst einmal am Ende &#8211; ich bin planlos durch das U20-Finale und diverse Einzel- und Team-Vorrunden geirrt, ohne wirklich etwas wahrgenommen zu haben. Ab heute also nur noch aus der Betrachter-Perspektive.</p>
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		<title>Gipfel &amp; Gedichte: Der erste Tag des SLAM2008</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 13:46:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auftritte]]></category>
		<category><![CDATA[André Herrmann]]></category>
		<category><![CDATA[Annika Blanke]]></category>
		<category><![CDATA[Gauner]]></category>
		<category><![CDATA[Heiner Lange]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Remo Rickenbacher]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Hakenberg]]></category>
		<category><![CDATA[SLAM2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Wow, jetzt ist es wieder soweit: Die Meisterschaft aller Deutsch sprechenden Slams um den Champion aller Slam Champions wird ausgetragen. Für alle mittendrin ist das ganze aber weniger ein Wettbewerb, sondern vor allem ein Familientreffen der Slamily. Treffpunkt in diesem Jahr: Der Züricher Schiffbau, einst Werfthalle und heute als Industriedenkmal Spielort des Züricher Schauspielhauses. Meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wow, jetzt ist es wieder soweit: Die Meisterschaft aller Deutsch sprechenden Slams um den Champion aller Slam Champions wird ausgetragen. Für alle mittendrin ist das ganze aber weniger ein Wettbewerb, sondern vor allem ein Familientreffen der Slamily. Treffpunkt in diesem Jahr: Der Züricher Schiffbau, einst Werfthalle und heute als Industriedenkmal Spielort des Züricher Schauspielhauses. </p>
<p>Meine Rechtfertigung mitzufeiern ist die Münchner <a href="http://www.kiezmeisterschaft.de" target="_new">Kiezmeisterschaft</a>, die ich gemeinsam mit <a href="http://www.dichterlange.de" target="_new">Heiner Lange</a> vertrete.</p>
<p>Organisatorisch haben die Züricher Familienhäupter ganze Arbeit geleistet; gleich in der ersten Stunde erhalte ich nicht weniger als fünf Teilnehmerausweise:</p>
<ul>
<li>Ein SLAM2008-Button zum Erwerb subventionierter Getränke (überlebenswichtig bei den Züricher Getränkepreisen)</li>
<li>Ein SLAM2008-Armband zum Eintritt in die Veranstaltungen</li>
<li>Ein SLAM2008-Dauerticket zur Nutzung der Stadtbuslinie 33 (aber nur der &#8230;)</li>
<li>Ein SLAM2008-Namensschild zur Pflege sozialer Kontakte</li>
<li>Eine Chipkarte der Jugendherberge</li>
</ul>
<p>So ausgerüstet öffnen sich alle Flaschen und Türen und ich kann vor meinem eigenen Dichter-Kampfeinsatz erst noch ein wenig Schlachtenbummler spielen.</p>
<p>Der Weg zum Champ aller Champs beginnt in einer der zwölf Einzel-Vorrunden, die aus jeweils zwölf Kandidaten je vier für eines der Halbfinals qualifizieren. Gleich zwei meiner Münchner Mitdichter hat es in die <strong>Vorrunde 3 im Moods-Jazzclub</strong> gelost. Eine der drei Runden, die um 20 Uhr den Wettbewerb eröffnen. Und leider allesamt ohne Sacrifice Poet ausgetragen werden. </p>
<p>Der erste Wettbewerber muss also einen Kaltstart bei undefinierter Stimmung und Erwartung im Publikum hinlegen. Und weil der erste der Runde 3 den Slam-Motor doch nicht richtig zum Laufen bekommt, muss auch Rundenzweite <a href="http://www.sarah-hakenberg.de" target="_new">Sarah Hakenberg</a> noch schwer kämpfen, den Saal in Fahrt zu bekommen. Ihre <em>&#8220;Geschichte, die ich morgen schreiben werde&#8221;</em>, landauf landab slamerprobt, kommt gut an und wird dann dankbar, aber leider nicht enthusiastisch gefeiert. </p>
<p>Kiezkollege Heiner Lange hat es einige Startplätze später dann leichter. Bei seiner &#8220;Backpacker&#8221;-Tour durch den Kulturinzest der lonely-planet-gläubigen Globetrottel folgen ihm alle Zuhörer schon mit mehr Begeisterung. Oder besser: fast alle. Denn als die Notentafeln der Jury hochgereckt werden, reicht sind Bewertungen von 9,3 bis 3,5 Punkte zu lesen. Ist da ein Jünger der Lonely-Planet-Sekte<br />
nach Zürich getrottet?<br />
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/zuerich_20081119/01_hakenberg_geschichtemorgen.jpg" title="Sarah Hakenberg wird morgen eine Geschichte Schreiben" class="thickbox" rel="set_4" >
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			<a href="http://groeg.de/blog/wp-content/gallery/zuerich_20081119/04_blanke_wacken.jpg" title="Annika Blanke steht lieber neben dem Mikro im Dunkeln" class="thickbox" rel="set_4" >
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Weiter geht es mit viel Abwechslung und Überraschungen. Auf der Bühne ebenso wie auf den Notentafeln. Annika Blanke hat den Mut, in der Schweiz vom Heavy-Metal-Festival in der ostfriesischen Provinz zu berichten und landet nach einem etwas gehetzt wirkenden Vortrag, der schließlich vom Moderator abgebrochen wird, weit oben in der Wertung. Die verschiedenen True- Trash- Black- und Emo-Fraktionen dieses Musikgenres scheinen auch in Zürich bekannt zu sein. André Herrmann Punktet mit der Leidensgeschichte eines von der Arbeitsagentur zwangsverpflichteten Weihnachtsmannes aber noch etwas höher.</p>
<p>Empfundener Höhepunkt ist dann Remo Rickenbacher, der sich mit den Mantras sämtlichen Werbefloskeln des letzten Jahres autosugestiv an die Disco-Angebetete heranarbeitet. Eine perfekte Kongruenz der der Figur auf der Bühne mit der im Text, ein wenig Konsumkritik, eine ordentliche Bühnenpräsenz, ein Kleinwenig Lokalkolorit, eine Prise Zotigkeit, wenn der Werbegedopte am Ende in einer Pfütze aus Erbrochenem ausgleitet und dann auch noch das unverwüstliche Mann-begehrt-Frau-in-der-Disco-aber-traut-sich-nicht-Thema: Das alles bringt den Saal zum Toben und reicht in der Summe am Ende für den Rundensieg.</p>
<p>Vor diesem Ende zeigt aber noch einmal einer, dass es auch ohne Er-sucht-Sie und Exkremente geht: Gauner begegnet auf einer Zugfahrt sich selbst, schnüffelt vorsichtig durch Regale mit Erinnerungen, Verletzungen und Verdrängtem &#8211; beschließt dann aber, das alles zurück zu lassen um nach vorn zu blicken. Eine schöne Sprache, ein freier, ruhender Vortrag und ein bedeutsames, aber unverbrauchtes Thema &#8211; das weiss auch die Jury zu honorieren, die ihn Punktgleich mit André auf den geteilten dritten Platz hebt. Was dann im letzten Augenblick Nominationsmünchnerin Sarah auf den undankbaren fünften schiebt. </p>
<p>So werden Remo Rickenbacher, Heiner Lange, André Herrmann und Gauner im Halbfinale weiterkämpfen. Sarah aber wird ganz bestimmt morgen irgendwo eine ganz andere Geschichte schreiben.</p>
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		<title>Wo denken Sie hin?</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 10:57:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>groeg</dc:creator>
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